Betterson

Alle grundrechtlich geschützten Bereiche enden irgendwo.
Wolfgang Schäuble

Von Haien und Mördern

Ein Spaß für die ganze Familie. Stände verkaufen Burger und Eis, es wird Musik gespielt und man kann – wenn man sich traut – einen toten Hai anfassen.

Für die Haifänger beträgt die Teilnahmegebühr oft mehrere Tausend Dollar, doch kann man für das schwerste gefangene Exemplar ein hohes Preisgeld gewinnen. Der Fang verläuft wie folgt: Der Hai wird mit einem Köder angelockt. Beißt er an, hängt er wortwörtlich am Haken. Über Stunden wird er nun hinter dem Boot hergezogen,unternimmt dabei zahlreiche äußerst schmerzhafte und letztlich fruchtlose Befreiungsversuche, bis er schließlich völlig erschöpft an Bord gehievt wird. Hier wird ihm das Maul zugenäht – aus Sicherheitsgründen, es könnte sich ja sonst noch jemand verletzen. Stunden verbringt er jetzt unter Schmerzen, während das Atmen immer schwerer wird und das Boot langsam zurück fährt. Schließlich legt es an und der Hai wird der Menge präsentiert. Zu diesem Zweck wird er am Schwanz aufgehängt, was bewirkt, dass seine Organe nach unten sacken und gegen seinen Kiemenkopf drücken. Dies bereitet ihm erneute Höllenqualen, erschwert das Atmen zusätzlich und bringt ihm schließlich den erlösenden Tod – und den tosenden Applaus der Zuschauer.

Selbstredend leisten Tierschutzorganisationen gegen Haifangturniere Widerstand, auf der einen Seite wegen der grausamen Ermordung der Haie, auf der anderen Seite wegen des vollkommen sinnlosen Eingreifens in das Ökosystem Meer. Deshalb verschanzen sich die Organisatoren mittlerweile hinter einer pseudo-wissenschaftlichen Fassade. Alle Haie werden gemessen, gewogen und markiert, viele danach wieder ins Meer entlassen. Dass auch von den freigelassenen Exemplaren noch ca. jedes fünfte Tier stirbt, wird dabei verschwiegen. Diese Tiere erliegen meist ihren Verletzungen, die durch den Angelhaken oder ihre Befreiungsversuche entstehen, oder aber dem Stress, den sie während der ganzen Tortur erleiden.

Es stellt sich auch die Frage, wie die gesammelten Daten wissenschaftlich verwertet werden sollen. Erstens sind die Haie, die bei Turnieren gefangen werden, sehr gut erforscht, neue Erkenntnisse kommen also ohnehin kaum zutage. Zweitens nutzen Angaben über Größe und Gewicht eines Hais keinem Wissenschaftler, wenn er dessen Alter nicht kennt. Drittens sind auch die Markierungen wenig sinnvoll. Was soll man dadurch rausfinden? Dass eben dieser Hai beim Turnier im Vorjahr schon einmal gefangen wurde? Dass er sich seit dem letzten Turnier erwiesener Maßen an einen anderen Ort begeben hat?

Niemand wird abstreiten, dass es jedes Jahr zu Unfällen mit Haien kommt. Allerdings hält sich die Zahl solcher Unfälle in Grenzen. Täglich werden hingegen ca. 100.000 Haie von Menschen getötet. Rechnet man durch Menschen getötete Haie gegen durch Haie getötete Menschen gegeneinander auf, so erhält mein Verhältnis von 100 Mio. zu eins.

Weitere Informationen zum Protest finden sich hier. Weitere Informationen zu Haifangturnieren sowie Fotos, die allerdings nichts für zart Besaitete sind, finden sich hier.

[Fotoquelle: Nachcommonsverschieber, Wikimedia Commons]

1 Kommentar ...
  1. Einfach nur ekelhaft. Ich wünschte, man könnte das mal anders herum machen…