Betterson

Alle grundrechtlich geschützten Bereiche enden irgendwo.
Wolfgang Schäuble

Lecker Gürkchen

Die Produktion von Fleisch ist aufwändig. Immerhin handelt es sich bei Tieren um komplexe Lebewesen, die für zahllose Krankheiten anfällig sind. Und auch in der Weiterverarbeitung muss bei jedem Schritt auf strenge Einhaltung von Hygienestandards geachtet werden, ist doch totes Fleisch die Nahrungsgrundlage für unzählige Bakterien, Pilze und sonstige Lebewesen. Daher ist es kein Wunder, dass es alle paar Jahre zu kleineren oder größeren Skandalen in der Fleischwirtschaft kommt.

Die Salatgurke ist dagegen ein eher simples Geschöpf. Jeder kann erfolgreich Gurken auf seinem Balkon züchten. Sie brauchen nicht viel und sind überraschend lange haltbar. Doch jetzt hat es die Lebensmittelindustrie geschafft, auch dieses Gemüse in eine tödliche Bedrohung zu verwandeln. Es ist noch nicht klar, wie es dazu kommen konnte, aber schon jetzt schieben sich deutsche Bauernverbände, spanische Erzeuger und der Hamburger Markt völlig hemmungslos gegenseitig die Schuld zu. Jeder Beteiligte hält es für “undenkbar”, dass gerade bei ihm die schwere Verunreinungen mit Rinderkacke passiert sein könnte.

Ach ja, die Kacke. Man hat sich damit abgefunden, dass in einem Big Mac auch immer ein nicht geringer Prozentsatz Fäkalien enthalten ist – dies mag in den USA eher zutreffen als in Europa. Nun müssen wir feststellen, dass auch in Gemüse so viel Scheiße steckt, dass der Konsum lebensbedrohlich ist. Das heißt, man muss nicht nur sein Gemüse waschen, sondern danach auch die Hände – am besten mit Desinfektionsmittel. Rohes Gemüse hat nun dasselbe oder sogar größeres Gefahrenpotential wie rohes Hühnerfleisch.

Damit wird nun auch die letzte Lücke in der Kette potentiell gefährlicher Lebensmittel geschlossen (Geflügel -> SARS, Schwein -> Schweinegrippe, Rind -> Rinderwahnsinn, Lamm -> Maul- und Klauenseuche, Eier -> Dioxin). Man kann wieder beherzt zur Zigarette greifen. Deren Giftigkeit ist wenigstens gut erforscht und dank der zunehmenden Verbreitung von Marken ohne Zusatzstoffen dürfte sie bald weniger schädlich sein, als das gesamte restliche Angebot im Supermarkt.

 

[Fotoquellen: Mariuszjbie, Wikimedia Commons]

12 Kommentare ...
  1. zum Glück kann man Gurken jetzt wieder essen.

  2. Das ist echt die Krönung, dass das mit den Gurken auch noch eine Ente war!

  3. Die Spanier sind auch beleidigt.

  4. Es war eine unerhörte Frechheit von Seiten der deutschen Lebensmittelaufsichtsbehörden, den schwarzen Gurken-Peter nach Spanien abzuschieben. Das illustriert wieder wie sehr Deutschlands Lebensmittelkontrolleure an der Kandare der nationalen Gurkenlobbyisten nuckeln und sich für einen solch infamen Schritt zur Vernichtung der letzten verbliebenen Wertschöpfungsmöglichkeiten im südeuropäischen Raum haben hinreißen lassen! Das ist bestimmt ein Vorbote des drohenden Euro-Aus für die südeuropäischen Länder. Diese Deutschen glauben wohl, wenn sie den Franzosen in Zukunft den Atomstrom abkaufen, sitzen sie auf dem moralisch größeren Ross! Frechheit! SCHADENSERSATZ! SCHADENSERSATZ!

  5. Auf jeden Fall! SCHADENSERSATZ!

  6. ernest steinberg

    ehec ist ein terroranschlag gegen die deutschen, um sarrazins these zu widerlegen.

  7. Oder ein Anschlag von Sarrazin, um danach mit den Überlebenden, die es anscheinend wert sind, ein neues, besseres Deutschland aufzubauen…

  8. Die wahren spanischen Gurken ist immer noch Real Madrid. Hat nur bisher noch keiner gemerkt

  9. Und jetzt sinds doch wieder die Gurken.

  10. Und die Sprossen aus Ülzen, mit denen ist auch nicht zu spaßen.

  11. Ja Real Madrid ist schuld an Ehec..wir haben den Fall gelöst!

  12. Da es ja an Sprossen und nicht an Gurken liegt, ist es wohl die Jugendabteilung von Real…